Page 3 - 45 Jahre CSU Neuching
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Chronik des CSU-Ortsverbandes Neuching
Zehetmair erhofft sich allerdings, dass die Arbeit der Ortsgruppe dazu beiträgt, den
Boden für die 1978 kommende Verwaltungsgemeinschaft mit Finsing und Ottenhofen zu
bereiten. "Alles Geschimpfe" und Nachtarocken sollten wir begraben, mahnte er die sich
noch immer anfeindenden Partner Neuching und Finsing. Den Neuchingern als den
Gewinnern sollte das am leichtesten fallen, meinte er. Im Übrigen solle man die Kirche beim
Dorf lassen, im buchstäblichen Sinn.
Um ihre Entwicklung bräuchten sich die Finsinger keine Sorgen zu machen, auch ohne
Inhaber des Verwaltungssitzes zu sein. Der Ort werde sich so gut entwickeln, wie es
Bürgermeister und Gemeinderäte könnten. An der Entscheidung für den Verwaltungssitz
Oberneuching sei auch nicht mehr zu kritteln. Sachargumente hätten den Ausschlag
gegeben. Dazu gehörten die zentrale Lage und das Schulhaus als geeigneteres
Verwaltungsgebäude.
Sollte man es nicht lassen können, sich "abzuhakeln", bis 78 dann seien am Ende die
Bürger die Verlierer. Anders herum: "Was ihr selber bringt, das wird eure
Verwaltungsgemeinschaft bringen." Zehetmair plädierte für eine organische Entwicklung vor
allem auch auf dem Bausektor. "Was wir an Entwicklung wollen, das machen wir selber. Wir
brauchen auch nicht einen einzigen Bauträger.
Der Kreisvorsitzende wurde nicht müde, um die Gunst der noch unentschiedenen
Bürger zu werben. Der Kreisverband Erding könne heute nicht, mehr übergangen werden.
"Wir mischen auf verschiedenen Ebenen mit." - So hat man in der Erdinger CSU-Zentrale
vor, den Vorgang um Heubl und Strauß ganz deutlich zu missbilligen. Selbst wenn sie die
Großen sind oder meinen es zu sein, das tragen wir nicht mit.
Im Übrigen sei die Chance, bessere Volksvertreter zu wählen günstiger, je größer die
Mitgliederzahl der Partei sei, visierte Zehetmair eine CSU als Volkspartei an. Zum
Fürsprecher für einen Beitritt zur CSU machte sich auch Gemeindepfarrer Johannes Liehr.
Es gehe nicht mehr ohne Partei. Zwar könne man hier noch so idyllisch leben. "Aber dann
geht es ohne uns. Dann geht es anders als, wir wollen."
Der Vorsitzende des Ortsvereins Moosinning-Eichenried, dem auch Neuching, bis jetzt
angehörte, Heinrich Bauer, verabschiedete sich. Es sei ihm eine Freude gewesen, an der
Seite seines Stellvertreters Heinrich Steinbrunner (Neuching) die Interessen Neuchings vor
allem auch in der Gebietsreform vertreten zu haben. Steinbrunner kandidierte anschließend
für den Verbandsvorsitz.
Er musste jedoch Benno Lanzl, Festausschussvorsitzender bei der Neuchinger 1200-
Jahr-Feier im vergangenen Jahr den Platz überlassen. Lanzl wurde mit 18 Stimmen (bei 25
Wahlberechtigten) gewählt. Sein Stellvertreter wurde Erwin Weindl mit 16 Stimmen, dritter
Vorsitzender Max Lehmer mit 14 Stimmen. Marianne Hainz wurde Schriftführerin, ihr Mann
Kaspar Hainz Kassier. Es folgten die vier Beisitzer: Heinrich Steinbrunner, Hans Markus
Wellers, Josef Ostermair (Bürgermeister) und Josef Schwarzenbeck.
Erdinger Anzeiger vom 26.7.1976
Karriere im Landtag beendet? / Noch keine Reaktion von Simon Weinhuber
Neuching - Er sei bereit, bei der nächsten Landratswahl für den Posten des Erdinger
Landrats zu kandidieren, sagte der stellvertretende Landrat MdL Hans Zehetmair (in einem
persönlieben Gespräch) anlässlich der Gründungsversammlung des CSU-Ortsverbands
Neuching. Erster Vorsitzender des neugebildeten CSU-Ortsverbands Neuching ist Benno
Lanzl (Mitglied des Neuchinger Gemeinderats).
Hans Zehetmair wird bei der nächsten Wahl für das Amt des Erdinger Landrats
kandidieren - das ist sicher. Ob es zu einer "Wahlschlacht" Zehetmair - Weinhuber kommt,
hängt von Landrat Simon Weinhuber ab. Kandidiert Weinhuber nochmals, so steht ohne
Zweifel ein erbitterter Wahlkampf bevor.
© CSU-Ortsverband Neuching – zusammengestellt von Hans Markus Wellers Seite 3 von 143