Page 4 - 45 Jahre CSU Neuching
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Chronik des CSU-Ortsverbandes Neuching

                     Es schien bisher so, als würde Hans Zehetmair für unabsehbare Zeit im bayerischen
               Landtag verbleiben. Selbst gut informierte CSU-Funktionäre des Kreises Erding hielten es für
               unwahrscheinlich, dass Hans Zehetmair seine Karriere im Landtag beenden und sich um
               den Erdinger Landratssessel bemühen würde. "Zehetmair ist doch sicherer Anwärter auf
               einen Staatssekretärposten", war aus Erdinger CSU-Kreisen oftmals zu hören.
                     In Neuching erklärte Zehetmair gegenüber den Regionalanzeiger Erding der SZ: "Es
               wäre für mich ein großes Opfer, den Landtag zu verlassen. Aber im Interesse der Partei bin
               ich bereit, für den Posten des Erdinger Landrats zu kandidieren."
                     Bei der Gründungsversammlung des CSU Ortsverbands Neuching äußerte sich
               Zehetmair, wie zu erwarten war, zur Gemeindegebietsreform und zum Verwaltungssitz der
               Verwaltungsgemeinschaft Finsing-Neuching-Ottenhofen.
                     Zur Entscheidung der Regierung Über den künftigen Verwaltungssitz,
               sagte  Zehetmair: "Da habt Ihr das große Los gezogen, und dazu kann man euch nur
               gratulieren Oberneuching sei von der Regierung zum Verwaltungssitz bestimmt worden,
               sagte Zehetmair, 1. weil das Gebäude die besseren Möglichkeiten bietet und 2. wegen der
               zentralen Lage der Ortschaft Oberneuching.
                     Zehetmair forderte die drei Partner der künftigen Verwaltungsgemeinschaft Finsing,
               Neuching und Ottenhofen auf, sich zusammenzusetzen und sich die Hände zu reichen,
               "denn alles Nachtarocken ist nur zum Schaden der Bürger". Wenn die Bürgervertreter im
               Jahr  1978 damit anfangen würden "sich gegenseitig  abzuhakeln", so wären dies "verlorene
               Jahre".  In seiner Rede ging Zehetmair auch auf die  Heubl-Affäre ein. Er werde an die CSU-
               Landesleitung einen "ganz deutlichen Brief schreiben", sagte Zehetmair'.
                     Kritik an der CSU übte bei der Gründungsversammlung nur einer - Pfarrer Johannes
               Liehr. Die CSU, bemängelte der Neuchinger Pfarrer, kümmere sich zu wenig um die
               Arbeitnehmer. Zehetmair widersprach dem Pfarrer ("Wir widmen dieser Frage sogar viel
               Raum") und stellte fest, er sei nicht nach Oberneuching gekommen, um eine CSU-
               Wahlversammlung durchzuführen, sondern den Anstoß zur Gründung eines CSU-
               Ortsverbands Neuching zu geben.

                     Als Leiter der Gründungsversammlung fungierte zunächst Heinrich Bauer (Mitglied des
               Gemeinderats Moosinning und Vorsitzender des CSU-Ortsverbands Moosinning). Vom
               Moosinninger CSU-Ortsverband sei bisher auch Neuching mitbetreut worden, und es habe
               ihm sehr viel Freude bereitet, für Neuching mitzukämpfen".

                     Zehetmair gab noch bekannt, dass im Landkreis Erding nunmehr 24 CSU-
               Ortsverbände existieren. Als 23. CSU-Ortsverband sei erst vor kurzem der OV Forstern
               gegründet worden. Heuer sei im Erdinger Holzland noch die Gründung eines Ortsverbands
               vorgesehen. Zu Vorsitzenden des neuen CSU-Ortsverbands Neuching wurden Lanzl und
               Weindl gewählt.
                     Ernst Aschbacher in der Süddeutsche Zeitung vom 23. Juli 1976
















                                       © CSU-Ortsverband Neuching – zusammengestellt von Hans Markus Wellers Seite 4  von 143
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