Noch ist der Beitrag der Sonne am deutschen Energiemarkt kaum messbar. Im letzten Jahr erreichte die Photovoltaik am Stromverbrauch der Bundesrepublik einen Anteil von 0,01 Prozent. Trotz der enormen Wachstumsraten der beiden letzten Jahre sind erst gut 100 Megawatt Leistung ans Netz angeschlossen.

Seit mehr als 100 Jahren steigt der weltweite Energieverbrauch an. Zwei Gründe sprechen dafür, daß der Energieverbrauch auch in Zukunft stark steigen wird. Einerseits nimmt die Industrialisierung weltweit stetig zu. Andererseits wächst die Weltbevölkerung. Selbst wenn heute ein Energiesparprogramm starten würde, welches zu einer Verbrauchsminderung von 50% führen würde, wird dieser Effekt durch das Wachstum des Verbrauchs innerhalb von 20 Jahren aufgehoben. Zusammengefasst bedeutet dies, dass der globale Energieverbrauch stetig wächst, die derzeit genutzten Ressourcen (fossile Brennstoffe) jedoch nur mehr beschränkt zu Verfügung stehen. Für viele dezentrale Aufgaben (Messstationen, Anlagen im Verkehrsbereich, Almhütten etc.) sind Photovoltaikanlagen bereits heute wirtschaftlich attraktiv. Ein ganz wesentlicher Aspekt ist aber der, dass etwa 2 Mrd. Menschen derzeit nicht an ein Stromnetz angeschlossen sind und dass das aus heutiger Sicht auch nicht leistbar sein wird.

Momentan hat die Solarenergie für die ärmsten Länder der Erde die größte Bedeutung

Die UNESCO – die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur – sieht die größte praktische Bedeutung der erneuerbaren Energien vorerst in jenen unterentwickelten Ländern, in denen bisher eine Stromversorgung nur ansatzweise oder gar nicht vorhanden ist. Hier, wo die Bevölkerung ihren bescheidenen Energiebedarf noch auf traditionelle Weise aus erneuerbaren Quellen deckt – vor allem mit Brennholz -, lässt sich mit wenig Aufwand und vergleichsweise schwachen Stromquellen eine revolutionäre Veränderung und Verbesserung der Lebensverhältnisse erreichen. Zum Beispiel können Solarmodule hier erstmals elektrisches Licht, Radio, Fernsehen, Kommunikationstechniken, Datenverarbeitung und bestimmte motorische Anwendungen wie den Betrieb von Wasserpumpen ermöglichen. Ähnliche Dienste leisten an geeigneten Standorten kleine Wasser- oder Windkraftanlagen. Die photovoltaische Stromerzeugung bietet sich naturgemäß besonders in Gebieten mit hoher Sonneneinstrahlung an, wie sie für die „dritte Welt“ typisch sind. Ergänzend eignen sich Solarkocher und andere solarthermische Anwendungen hervorragend, um den Wärmebedarf zu decken und das chronische Brennholz-Problem zu beseitigen.

Photovoltaik hat ihren Preis

Dass nicht schon längst die solare Energiewende eingesetzt hat, liegt am Preis. In Deutschland kostet sie ca. sechsmal so viel wie herkömmlicher Strom aus fossilen oder atomaren Kraftwerken. „Die Photovoltaik hat im Vergleich zur Windenergie einen Rückstand von zehn Jahren“, sagt Norbert Allnoch vom Internationalen Wirtschaftsforum Regenerative Energien. Noch ist Japan Marktführer. Allein in diesem Jahr wollen die Japaner 200 Megawatt Leistung zubauen. Doch dank der hohen Förderung holt Deutschland immer weiter auf. Nach Shell plant jetzt auch der Ölriese BP den Einstieg in den Markt und will noch in diesem Jahr in Deutschland ein Werk zur Modulproduktion errichten. Bis ca. 2010 könnten bis zu zu 30.000 Arbeitsplätze in der Branche allein in Deutschland geschaffen werden. Die Entstehung neuer Arbeitsplätze im Energiesektor hat beträchtliche Bedeutung für das Bündnis für Arbeit. Auch der Bauernverband begrüßt das Erneuerbare-Energien-Gesetz und ermutigt alle Land- und Forstwirte, durch die Erzeugung von umweltfreundlichem Strom einen neuen Betriebszweig zu erschließen.

Kostenreduzierungen bei Photovoltaikanlagen

Die heute noch sehr teure Stromerzeugung aus Photovoltaikkraftwerken wird in den nächsten Jahren drastisch billiger werden. Die hohen Kosten entstehen in erster Linie durch die hohen Investitionen. Die Forschung auf diesem Gebiet wird noch viele interessante Verbesserungen erbringen, da die physikalischen Grenzen dieser Technologie bei weitem noch nicht erreicht sind. Darüber hinaus wird gegenüber der heutigen noch sehr geringen Fertigungsstückzahl photovoltaischer Anlagen eine Massenproduktion in dem Rahmen, wie er für die Zukunft vorsehbar ist, eine gewaltige Kostenreduzierung mit sich bringen. Auch konservative Hochrechnungen sagen voraus, dass bereits im Jahre 2005 der Preis für photovoltaischen Strom auf einen Bruchteil der heutigen Preise gesunken sein wird. Da der Preisverfall um so stärker wird, je wirtschaftlicher die Anlagen und je größer damit die Fertigungstückzahlen werden, ist gerade nach dem Jahr 2005 noch mit weiteren erheblichen Kostenreduzierungen zu rechnen. Für eine Reihe von Jahrzehnten werden in Deutschland genügend Hausdächer mit günstiger Neigung zur Sonne zur Verfügung stehen, die mit Photovoltaikanlagen bedeckt werden können. Bei großer Nachfrage werden sich die Solarmodule so herstellen lassen, dass sie unmittelbar für eine Dacheindeckung ohne wesentliche Mehrkosten gegenüber dem herkömmlichen Ziegeldach verwendbar sind. Auf lange Sicht und bei entsprechender Forschung und Verbilligung von Solarmodulen ließen sich auch Fassaden, Sichtschutzzäune, Schallwände und verschiedene andere Baulichkeiten für Photovoltaikanlagen nutzen. Insgesamt ist damit eine derartige Verbesserung der photovoltaischen Stromerzeugung absehbar, daß sie in den wirtschaftlichen Bereich hineinkommt. Insoweit besteht grundsätzlicher Konsens. Offen ist, zu welchem Zeitpunkt genau diese Kostenreduzierungen eintreten werden.

Die Wirtschaftlichkeitsberechnungen aus heutiger Sicht verblassen jedoch vor der Überzeugung, dass über kurz oder lang kein Weg um eine grundlegende Umstellung der Energiewirtschaft auf erneuerbare Energiequellen herumführt.

……..und über folgende Aussage kann man ja mal nachdenken, meint unser Spaziergänger:

Reichtum ist das geringste Ding auf Erden
und die allerkleinste Gabe, die Gott einem
Menschen geben kann. Darum gibt unser
Herrgott gemeiniglich Reichtum den groben
Eseln, denen er sonst nichts gönnt.

                                                            Luther, Deutsche Schriften

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