FLUGHAFENTANGENTE OST

Spatenstich fürs Finale

Jetzt wird sie komplett, die Flughafentangente Ost. Der letzte Bauabschnitt wurde gestern offiziell den Straßenarbeitern übergeben. Den ersten Aushub übernahm Innenminister Joachim Herrmann.

2009-fto-planung

Ottenhofen/Oberneuching — „Wo bis jetzt noch entspannte Ruhe herrscht, werden bald Autos fahren. Seit Generationen bewirtschaftete Felder werden durchschnitten werden“, sagte Ottenhofens Bürgermeister Ernst Egner gestern bei den Feierlichkeiten zum offiziellen Spatenstich des fünften und letzten Bauabschnitts der Flughafentangente Ost (FTO). Innenminister Joachim Herrmann spielte den Baggerführer und gab damit den Startschuss für die Baumaßnahmen. Im Dezember 2010 soll die FTO komplett fertig sein.

Sie gilt als „wichtige Verbindung zwischen den zwei Autobahnen A 92 und A 94 und hat damit eine notwendige Erschließungsfunktion für den Flughafen“, sagte Erdings Landrat Martin Bayerstorfer. Der fünfte Abschnitt der FTO ist 4,5 Kilometer lang und liegt zwischen der ED 5 und der Staatsstraße 2332. Elf Millionen Euro verschlingt der Bau, zwei Millionen kosteten die Grundstücke.

Mit dem Bauende des fünften Abschnitts wird dann auch das Projekt F1’0 mit insgesamt 30 Kilometern Länge und fast 100 Millionen Euro Kosten beendet. Auf den Abschnitten eins bis vier — zwischen A 92 und Oberneuching — rollt der Verkehr bereits, den sechsten Abschnitt von Markt Schwaben bis zur A 94 eröffnet Minister Herrmann voraussichtlich am 9. September dieses Jahres.

Mit „dem Testen von Herrmanns Baggerfahrerqualitäten“, so der Leiter des Staatlichen Bauamtes Freising, Peter Weywadel, geht zugleich ein langer Kampf zu Ende. Betroffene Grundstückseigentümer hatten den fünften Abschnitt anfangs sehr kritisch gesehen. „Teilweise starke Betroffenheiten“, wie es Landrat Martin Bayerstorfer, ausdrückte, habe es gegeben. Es kam zu einem Planfeststellungsbeschluss, dem zwei Klagen folgten. Doch diese wurden im Dezember vergangenen Jahres ausgesetzt. Man habe, so Bayerstorfer, gemeinsam nach Auswegen gesucht und diese gefunden. „Ich weiß, dass es nicht immer die optimalen Lösungen gewesen sind“, gab er zu. Allerdings habe am Ende doch jeder die „Notwendigkeit der Straße“ erkannt.

Auf diese verwies auch Egner. Zwar sei für ihn der Eingriff in die Natur „kein schöner Gedanke, und ich habe Achtung vor denjenigen, die das alte Bild und die alte Landschaft erhalten wollten“, so Egner. „Auf der anderen Seite ersticken wir am Verkehr.“ Durch seine 1793-Seelen-Gemeinde rollen derzeit täglich 11 000 Fahrzeuge auf einer für 2800 Fahrzeuge gebauten Straße. „Nach Fertigstellung der FTO rechnen wir mit 5000″, so Egner. „Immer noch zu viel, aber trotzdem für uns eine riesige Entlastung.“

In diesem Zusammenhang gab Egner bekannt, dass die Ortsverbindungsstraße zwischen Finsing und Ottenhofen beschlossen sei. „Wir werden nach Fertigstellung der FTO die Baustraße übernehmen“, so Egner. „Damit haben wir eine durchgängige Geh- und Radwegeverbindung. Das ist etwas, was wir ohne FTO niemals geschafft hätten.“

Quelle: Erdinger Anzeiger vom 23. Juli 2009 – VON ANGELIKA MAYR, Grafik: Ertl

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